IN WELCHEM STADIUM DES VERFAHRENS SOLLTE MAN EINEN VERTEIDIGER KONSULTIEREN ?

Eherne Faustregel des Strafrechtes:

Je eher es dem Beschuldigten gelingt, “seinen Fuß in die Tür zu bekommen” ( durch Einschaltung eines Rechtsanwaltes ), desto besser.

Warum ist das so ?

1. Nur dem Verteidiger steht das Recht auf Akteneinsicht zu, das heißt, nur über den Verteidiger kann der Tatverdacht ganz gezielt entkräftet werden. Ohne die Akteneinsicht durch einen Verteidiger weiß der Beschuldigte gar nicht, welcher Vorwurf gegen ihn überhaupt im Raume steht. Vor der Abgabe einer Einlassung ohne vorherige Akteneinsicht kann daher nur dringend gewarnt werden.

2. Ein weiterer gesicherter Erfahrungswert ist, daß eine Einstellung des Verfahrens nach dem sogenannten Opportunitätsprinzip ( d.h. Einstellung des Verfahrens wegen Geringfügigkeit trotz hinreichenden Tatverdachtes ) im Ermittlungsverfahren wesentlich leichter zu erreichen ist, als nach erfolgter Klageerhebung.

3. Die frühzeitige Einschaltung eines Verteidigers zahlt sich regelmäßig für den Mandanten auch finanziell aus. Selbst wenn zu einem späteren Zeitpunkt ein genauso gutes Ergebnis hätte erreicht werden können, so wäre dies regelmäßig mit einem wesentlich höheren Aufwand ( d.h.: höheren Kosten ) verbunden. Es ist also vom Ausgangspunkt her ganz falsch, im Falle der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens aus Kostengründen abzuwarten, ob Anklage erhoben wird, oder nicht.